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ROYAL HOTEL ****     ul. Szpitalna 93, 05-160 Modlin
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Geschichte der Festung Modlin

Das ROYAL Hotel liegt auf dem für Europa historisch bedeutenden und einzigartigen Gelände der Festung Modlin. Die Anlage verfügt über den Denkmalstatus, welcher vom Landesdenkmalpfleger verleihen wird.

Die Festung Modlin gehört zu den berühmtesten Militärbauten auf dem Gebiet Polens. Es ist ein einzigartiges Denkmal der Verteidigungsarchitektur, das größte dieser Art in Polen und eines der größten in Europa.
Karl X. Gustav lernte bereits die militärgeographischen Vorzüge von Modlin zu schätzen, indem er dort in den Jahren 1655-56 den Hauptstützpunkt der schwedischen Armee einrichtete und von wo aus er Kampfzüge in das Innere Polens in Angriff nahm. In dieser Phase wurden ebenfalls erste Versuche der Fortifikation Modlins gestartet. Auf Anweisung des schwedischen Königs wurde damals in der Gegend von Nowy Dwor ein Militärstützpunkt eingerichtet und die am Zusammenfluss der Weichsel und Narew gelegene Insel, die bereits seit Langem verschwunden ist, wurde mit einer Fortifikation umringt.
Die Vorentscheidung über die Errichtung der Festung Modlin traf der Kaiser Napoleon I. im Dezember des Jahres 1806 in Posen. Zu dieser Zeit wütete der französisch-preußisch-russische Krieg (1806-1807). Das Bauprojekt der Festung wurde im Frühling 1807 begonnen und der Ideengeber für die Errichtung der Verstärkungen war der französische Ingenieur und General François de Chasseloup-Laubat. Mitten im Jahr 1811 waren 6000 Infanteriesoldaten, 702 Pioniere und Artilleristen, 10 000 örtlicher Bauer, 815 Zimmermänner und Holzfäller sowie 300 Maurer am Bau beteiligt. Die Warschauer Ziegeleien lieferten die Ziegeln und das Holz wurde aus der Abholzung anliegender Wälder gewonnen. Die Baukosten der Fortifikation gingen zu Lasten des Fürstentums Warschau. Zu diesem Zweck wurde im Jahre 1809 die sog. Personensteuer eingeführt.
Im Jahre 1813 wurde die Festung durch die russische Armee mit 12 000 Soldaten unter anfänglicher Führung des Generals Iwan Paskiewicz und später durch den General Andrej Kleinmüchel belagert. Sie wurde von einer Garnison bestehend aus polnischen, französischen, württembergerischen und sächsischen Truppen - insgesamt 5230 Soldaten - verteidigt. Schließlich wurde die Festung am 1. Dezember 1813 nach einer 10-monatigen Belagerungszeit zur Kapitulation gebracht. Es darf jedoch nicht vergessen werden, dass sie nicht erstürmt wurde. Modlin kapitulierte erst nach der Niederlage Napoleons bei Leipzig und seiner Rückkehr an den Rhein, als die Verteidigung keinen Sinn mehr hatte.
In der Festung hielten sich Mitglieder der Aufstandsregierung u.a. der Fürst Adam Czartoryski auf. Der Regierungsvorsitzende Bonawentura Niemojewski berief dort den Kriegsrat ein, welcher in der Wohnung des Festungskommandanten abgehalten wurde. In die Festung kamen ebenfalls Mitglieder der Aufstandsvolksvertretung mit dem Marschall Władysław Ostrowski sowie Aktivisten der Patriotischen Vereinigung mit Joachim Lelewel an der Spitze. In der Mitte von September 1831 hatte Polen zwei Hauptstädte und zwei Regierungen. In Warschau residierten die Russen mit dem neuen „Fürsten von Warschau” Iwan Paskiewicz und der Regierung von Fiodor Engel und in Modlin und seiner Umgebung hielt sich die Nationalregierung sowie der oberste Befehlshaber Gen. Maciej Rybiński. Die Festung Modlin wurde von einer polnischen Garnison bestehend aus 7000 Menschen mit dem Kommandanten Gen. Ignacy Ledóchowski an der Spitze verteidigt, der kampflos am 8. Oktober 1831 nach 14 Blockadetagen kapitulierte. Der Kapitulationsakt wurde dem Befehlshaber der russischen Garde W. Ks. Michał (Bruder des Zaren Nikolaus I.) übermittelt.
Die Russen waren sich der hervorragenden Lage der Festung Modlin bewusst und beabsichtigten, sie auszubauen, was etwa durch den Brief des Zaren Nikolaus I. an den Feldmarschall Iwan F. Paskiewicz beelgt: Es besteht kein Zweifel, dass Modlin in eine Festung erster Klasse, in einen Hauptstützpunkt […] umzuwandeln ist und wir werden dies schnellstmöglich in Angriff nehmen”. (Brief des Zaren Nikolaus I. aus Petersburg, 22.12.1831). Der Zar selbst Nikolaus I. besuchte die modernisierte Festung, u.a. im September 1833 und im November 1834. In demselben Jahr erhielt Modlin einen neuen Namen, der sich auf den „höchsten” Schirmherr Russland – den Heiligen Georg - bezog. Seitdem wurde sie von den Russen Festung des Heiligen Georg genannt. Trotz der Tatsache, dass Petersburg damals über keine Eisenbahnverbindung mit Warschau verfügte, kam der russische Zar mehrmals nach Modlin, indem er mit einer Kalesche anreiste. Dies waren lange und ermüdende Reisen, aber während seiner Herrschaft besuchte Nikolaus I. (er lebte in den Jahren 1796-1855) Modlin sogar 17 mal. Ein unvergesslicher Besuch fand im Jahre 1838 statt. Damals traf sich Nikolaus I. mit dem österreichischen Erzherzog Ferdinand (1781-1850), dem damaligen Gouverneur von Galizien, in Modlin. Hingegen traf sich Nikolaus I. im Jahre 1843 mit dem König von Preußen Friderik Wilhelm IV., 1845 mit dem Fürsten Emil Heski und 1850 mit dem Kaiser von Österreich Franz Josef I., dem preußischen Fürstenpaar und zahlreichen preußischen Fürsten. Die Festung Modlin war das „Lieblingskind” vom Nikolaus I., da er sie errichten ließ und europaweit prallte. Während des Zarenbesuchs wurden in seine Festungsgemächer luxuriöse Ausstattungselemente aus dem Warschauer Königsschloss und Palast im Lazienki-Park gebracht.
Der Thronfolger Alexander II. (er herrschte in den Jahren 1855-1881) fühlte sich nicht so eng mit Modlin und anderen Festungen des Königreiches wie sein Vater emotional verbunden. Sein Nachfolger – Zar Alexander III. besuchte die Modlin Festung nur einmal, im Jahre 1884 zusammen mit seinem Sohn – dem Großen Fürsten Milołajewicz Aleksandrowicz – dem künftigen Zar Nikolaus II. Der letzte Kaiser Russlands – Nikolaus II. besuchte die Festung im Jahre 1897 und schenkte dem Konzil in Modlin die Ikone des Heiligen Georg.
Im Verlauf vieler Jahre haben die Russen die Festung immer mehr ausgebaut. Zu diesem Zweck wurde u.a. die Erarbeitung des hervorragenden polnischen Strategen und Helden des November-Aufstands Gen. Ignacy Prądzyński verwendet. Ende des 19. Jahrhunderts besaß Modlin 1746 Schutzräume und war mit 794 Kanonen ausgerüstet. Die Garnison bestand in Friedenszeiten aus 12 000 Soldaten. Seit 1853 besaß die Festung eine Fernkommunikation mit Warschau mittels eines optischen Telegraphs und seit 1877 eines elektrischen Telegraphs. Im Jahre 1885 wurde die Telefonleitung Modlin-Warschau errichtet.
Am Vortag des Ersten Weltkriegs war die Festung Modlin die größte in Europa. Nach dem Kriegsausbruch griff die deutsche Armee unter der Führung des Generals Hans Beseler mit 80 000 Soldaten die Festung am 9. August 1915 an. Sie wurde von einer russischen Garnison mit 105 000 Soldaten und mehr als 1000 Kanonen verteidigt, die nach 10 Tagen Belagerung aufgeben musste. Der Hauptgrund für die Niederlage der Russen lag darin, dass die Soldaten eine schlechte Moral hatten und dass es an einer Koordinierung zwischen den jeweiligen Zarentruppen fehlte. Bei der Verteidigung der Festung sind 3000 Menschen ums Leben gekommen, 7000 wurden verletzt und 80 000 wurden von den Deutschen in die Gefangenschaft genommen. Die Festung wurde insgesamt mit 34 600 Geschossen bombardiert. Als Preis für die Eroberung von Modlin erhielt der Gen. Besler das Eisenkreuz und wurde zum General-Gouverneur des von den Deutschen besetzten Teils des Königreichs Polen ernannt. Am 15. September 1815 kam der deutsche Kaiser Wilhelm II. höchstpersönlich mit dem Feldmarschall Paul von Hindenburg und Gen. Erich Ludendorff nach Modlin. Der Kaiser nahm in der Festung eine Militärparade ab und besichtigte die fortifizierten Bauten.
Nach der Wiedererlangung der Unabhängigkeit durch Polen im Jahre 1918 wurde die Festung mit polnischer Besetzung belegt. Sie war ein wichtiger Verteidigungspunkt während des polnisch-bolschewistischen Krieg und in der Region um Modlin war während der Schlacht um Warschau im Jahre 1920 die 5. Armee des Generals Wladyslaw Sikorski tätig. Sie nahm einen Streifen von Ostpreußen bis zur Festung Modlin ein und sollte vor dem Fluss Narew und Orzyc Widerstand leisten. Ihre Aufgabe bestand darin, sämtliche Versuche des Durchkommens des Gegners durch die Abwehrstellungen der Armee zu verhindern und mit der Kavallerie am rechten Flügel der russischen Westfrontarmee aktiv zu werden.
Im Herbst 1919 wurde in Modlin der Kadettenkoprs Nr. 2 eingerichtet. Dahinter verbarg sich eine Schule für Jungoffiziersanwärter. Mitte 1926 wurde der Korps nach Chelmno verlagert und bis zu diesem Zeitpunkt verließen 307 Absolventen den Korps. In der Festung wurde ebenfalls die Führungsriege der polnischen Kriegsmarine geschult. Einige Dutzend Matrosen übernahmen im Jahre 1919 den Kriegshafen samt Einrichtungen. Seit August 1920 begann der Ausbau der Weichselflotille, die Ende dieses Jahr bereits 39 Offiziers und 408 Matrosen in ihren Reihen aufwies. Nach fünf Jahren wurde die Flotille liquidiert. Die Hafenwerkstätte wurde hingegen in die Modliner Werft umgewandelt, welche Brücken, Pontons und Stege für die schwimmenden Ausrüstungsteile der Pioniertruppen baute. Nach dem technischen Ausbau zu Beginn der dreißiger Jahre baute die Werft ebenfalls Streifenmotorboote. In der Modliner Werft wurde auch zwei Minensuchboote „Czajka” und „Rybitwa” gebaut. Dieses zweite Schiff nahm nach Ausbruch des Zweiten Weltkriegs an Kämpfen gegen Deutschland teil und nach der Kapitulation von Hel am 2. Oktober 1939 geriet „Rybitwa” in deutsche Hände. Nach dem Krieg wurde sie von der polnischen Meeresmission wiedergefunden und diente bis zu ihrer Verschrottung im Jahre 1972.
Im Jahre 1929 entstand in Modlin ein Ausbildungszentrum für Pioniere, welches infolge der Verbindung des Schulbataillons für Pioniere und des Schulbataillons für Eisenbahnpioniere eingerichtet wurde. In der Festung entstand ebenfalls das Ausbildungszentrum für Panzer und Panzerfahrzeuge (Ausbildungszentrum für Panzerwaffen).
Im Juni 1928 besuchte der Präsident der Republik Polen Ignacy Mościcki das 1. Pionierebataillon. In Modlin hielt sich ebenfalls mehrmals der Marschall Jozef Pilsudski auf.
Als am 1. September 1939 die deutsche Armee Polen angriff und der Zweite Weltkrieg eingeläutet wurde, wurde die Festung Modlin zu einem der letzten Stellen des polnischen Widerstands. Trotz verstärkter Angriff vom Lande und Luft verteidigten sich die polnischen Truppen in Modlin bis zum 29. September 1939, d.h. ein Tag länger als Warschau. Damals unterzeichnete der tatsächliche Festungsführer Gen. Wiktor Thommée die Kapitulationsbedingungen. Die Verteidiger von Modlin kämpften tapfer gegen die deutschen Truppen 18 Tage lang. Bei der Verteidigung der Festung kamen mehr als 2000 polnische Soldaten ums Leben. Während der Hitlerbesatzungszeit organisierten die Deutschen in der Festung ein Ausbildungszentrum der Wehrmacht, ein Krankenhaus, Übergangslager und das Konzentrationslager in Pomiechowek. Im Januar 1945 wurde Modlin von russischen Truppen erobert. Dieses Gebiet wurde später von der polnischen Armee übernommen, die viele Jahre lang das Festungsgelände in Anspruch nahm. Noch während des Zweiten Weltkriegs richteten die Deutschen ein Lagerflughafen ein, welcher ebenfalls nach dem Krieg für die Schulungen polnischer Piloten eingesetzt wurde. Seit 1967 bis 1974 war in Modlin u.a. das Ausbildungszentrum des Flugwesens tätig. Ein Teil der Festungsgebäude wird weiterhin von der polnischen Armee genutzt.


In der Modlin Festung wurden Szenen des Films von Jerzy Hoffman „Die Schlacht von Warschau 1920 3D” gedreht. Zuvor gastierte die Fortifikation die Autoren solcher Filme wie „C.K. Dezerterzy”, „Kiler”, „Pan Tadeusz”, „Avalon”, „Jutro idziemy bis kina” oder der Filmserie „Czas honoru”.

Die historischen Informationen über die Festung wurden von Przemyslaw Gasztold-Sen erarbeitet, der beim Institut des Nationalen Gedenkens in Warschau arbeitet.
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